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ARC Rhenus -  Berichte


Wanderfahrt auf dem Main

oder: "Nobel geht die Welt zugrunde"

9.9. - 12.9.2005

Beim Durchgehen meiner bisherigen Fahrtenberichte ist mir aufgefallen, dass sie alle mit ein paar Kommentaren zum vorausgesagten bzw. dann aktuellen Wetter beginnen. Diese Tradition möchte ich hier natürlich nicht brechen: In der Vorwoche der Tour konnten Sarah und ich uns trotz Ausweichens auf optimistischere Internet-Wetterdienste nicht davon überzeugen, dass uns ein regenfreies oder zumindest teilweise sonniges Wochenende bevorstehen sollte. Der diesbezüglich einzige Unerschrockene war unser Sonnenschein und Fahrtenleiter (?) Tim.

Während der mehrstündigen Fahrt nach Würzburg kamen wir zum ersten Mal mit dem bayerischen Lokalsender „Radio Charivari“ in Kontakt. Er sollte uns fortan den Rest der Wanderfahrt versüßen und unsere Abende mit schwungvollen und auch mal melancholischen Liedern der letzten 30 Jahre unterhalten. (Julian, das wäre was für dich gewesen!)

Den ersten Abend verbrachten wir im ARC Würzburg, wohl einem der größten Ruderclubs der Republik: eine große Küche, riesige Kathedralenartige Wasch- und Duschräume und die Allgegenwärtigkeit bewegungsgesteuerter Beleuchtung ließen uns in Ehrfurcht erstaunen. Diejenigen, die diese Wanderfahrt eher aus Interesse am Rudersport mitgemacht haben, dürften wohl mehr von den vielen Renn-Vierern und der doppelstöckigen Bootshalle beeindruckt gewesen sein.

Nachdem wir das Würzburger Nachleben hautnah erlebt hatten, beschlossen wir nach einem üppigen Frühstück (bzw. Brunch) noch die Würzburger Fliehburg, den Dom und einige weitere Kleinigkeiten in der Stadt zu besichtigen. Die Stadt hatte so viel zu bieten, dass wir erst gegen 15:30 Uhr die erste Ruderetappe (ach ja, rudern… hatte ich völlig vergessen) in Angriff nahmen. Nach ca. 500m konnten wir auch schon wieder ein wenig verschnaufen, die erste der Schleusen war noch mit einem Bergfahrer beschäftigt. (Hinweis für den Main-Wanderfahrer: die Schleusenwärter sind im Allgemeinen sehr freundlich, man sollte stets die Schiffsschleusen benutzen. Die Boots- oder Kahnschleusen sind sehr langsam, pro Boot ca. 15 bis 30 Minuten; und außerdem nicht sonderlich robust).

Nachdem alle in Lohr angekommen waren (27,5 km) genossen wir das von unserem hochwohllöblichen Landdienst Hannah gekochte Mahl. Eine der Schleusen hatte 6 km vor Lohr den Dienst versagt, also musste die Mannschaft von HaHö mit dem BoWa erstmal abgeholt werden.

Am nächsten Tag herrschte regelrechte Aufbruchsstimmung und eine gewisse Hektik, so dass es uns schon um 14 Uhr wieder aufs Wasser trieb; schließlich mussten die 6 km von gestern nachgeholt werden! An den Rest des Tages kann ich mich nur noch schemenhaft erinnern. Die Gründe dafür mögen im schlechten Wetter (3 Stunden Dauer-Nieselregen), einem leichten Schwips oder der Eintönigkeit des Flusses zu suchen sein. Ich erinnere mich nur noch gut an ein offenbar wasserfestes Wahlplakat der Republikaner, dass wir mittels des Paddelhakens zu unserer Beflaggung zufügten und damit arglose bayrische Angler verschreckten.

Der TSV Lohr konnte mit seinen rustikalen Räumlichkeiten nicht mit der behaglichen Atmosphäre hochmoderner Ruderclubs mithalten; auch wenn der futuristische Steg vielleicht zunächst diesen Eindruck erweckt hatte. Außer einigen Harten und schlecht Informierten verzogen sich deshalb auch alle Kameraden ins nahe gelegene Hotel, um sich dort in der Sauna von Masseuren und Masseusen verwöhnen zu lassen. So eine 34 km-Etappe ist schließlich kein Pappenstiel; der Main hat nämlich fast keine Strömung.

Am letzten Tag kamen wir auch in den Genuss des vorher angekündigten Desasters. Tim versprach - wie jeden Morgen - Sonnenschein für alle. Nach zwei Stunden und einer Schleuse öffnete der Himmel seine Tore und füllte HaHö und Alte Eule in kurzer Zeit fast bis an die Grenze des Manövrierbaren. Obwohl wir nicht mehr nasser hätten werden können, verkürzten wir die letzte Etappe auf ca. 20 km und legten am nächstbesten Club an, beendeten spontan die Wanderfahrt, und verzichteten so den Abend in Wertheim, der ursprünglich mal als gemütlicher Ausklang geplant war.

Geschafft und gestresst kamen wir Montagabend in Bonn an. Hier möchte ich noch mal im Namen aller Teilnehmer unseren Fahrern Tim und Sarah sowie dem Landdienst Hannah danken. Ohne ihren selbstlosen Einsatz wären die Abende wohl anders verlaufen.

Fabian Klingbeil

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