[Startseite] [Rudern für Anfänger] [Wir über uns] [Semesterprogramm] [Berichte & Statistiken] [Fotos] [Links] [Clubhaus & Bootshalle] [Kontakt, Anfahrt] [ARC Intern (Forum)]

ARC Rhenus -  Berichte


Federweissertour auf dem Mittelrhein

vom ARV Kiel + ARC Rhenus Bonn

30.9. - 3.10.2005

In alter Tradition wollten wir eine Federweissentour zusammen mit unseren Kieler Freunden machen. Als geeignetes Wochenende wurde das erste Oktoberwochenende ausgewählt.

Leider stellte sich dieses Wochenende in zweierlei Hinsicht als ungünstig heraus, zum ersten war der Federweiße noch nicht wirklich fertig – also Traubensafttour? – zum anderen konnte ein Kieler nicht mitkommen, da er am 3. Oktober arbeiten musste und einen Quartalsbericht fertig stellen musste – von hier aus noch mal unser höchstes bedauern über soviel Arbeitseifer! Wie kann man am höchsten politischen Feiertag Deutschlands arbeiten? Das kann auch nur passieren wenn man für ein amerikanisches Unternehmen arbeitet! Oder kann man ernsthaft erwarten dass in New York am Independence Day gearbeitet wird?

Aber was interessieren uns die Daheimgebliebenen? Wir waren ja dabei!

So machte sich am Freitag ein buntes Trüppchen von ca. 25 Fräulein und Männlein auf gen Mainz zur ersten Unterkunft. Immerhin ein gutes Drittel der Wagemutigen startete in Kiel.

Die lange fahrt aus Kiel schien anscheinend fast endlos – aber dazu später mehr.

7 Rhenusen reisten mit dem Bowa an. Da wir die obligatorischen Staus an einem solchen langen Wochenende meiden wollten, entschieden wir uns für die Fahrt durch die Rheinschiene – wir hätten keine bessere Wahl treffen können! Nur mit Hinweis auf die drängende Zeit konnten wir Clb. Fabian davon abhalten uns zu seinen 72 Verwandten und Bekannten in den unterschiedlichen Ortschaften an der Strecke einzuladen ;-).

Endlich angekommen in Mainz machten wir es uns im Bootshaus und Kraftraum des Mainzer Rudervereins breit. Schließlich wollten wir 2 Nächte hier schlafen. Also waren wir mit dem Platz nicht sparsam und waren glücklich darüber dass die Bootshalle so leer war, weil die Mainzer auf Regatta waren. Einige von uns bewunderten den Bootspark, den die Mainzer Zuhause lassen, wenn es auf Regatta geht – so viele gelbe Boote!

Da wir die Einladungen von Fabian ausgeschlagen hatten machte sich so langsam ein latentes Hungergefühl breit. Es gab so manche Diskussion hinter vorgehaltener Hand ob man noch mit den Kielern rechnen könne, oder schon mal über die Nahrungsmittelvorräte hergefallen werden kann. Es ist nicht überliefert ob noch gewartet wurde, nachdem die Information durchdrang die Kieler seien grade in Kassel. Alles in allem sind wir satt geworden und auch die Gäste aus Kiel mussten nicht verhungern. Nachdem der Traubensaft durch Gerstensaft ersetzt wurde, konnte der Abend auch feuchtfröhlich werden.

Am Morgen der ersten Etappe wurden die, die im Kraftraum schliefen von Ergometern geweckt, die anderen die die Bootshalle vorgezogen hatten wurden von einem Unheil verkündenden Geräusch geweckt – REGEN! Als hätten wir es nicht geahnt! Wirklich glücklich schien niemand über die bevorstehende Regenetappe zu sein. Aber so ist das nun einmal, und gejammert wird bei Mutti! Also sammelte sich nach dem Frühstück die in Mülltüten gewickelte Horde auf dem Vorplatz und begann damit die Boote auf zu riggern.

Erstaunlich schnell waren dann auch alle Boote auf Wasser – keiner wollte bei dem Wetter im Regen stehen – Rudern ist da doch viel besser! Also vorbei an der Mainzer Rheinpromenade, wo nur ein Trostloses Volleyballnetz an den viel zu kurzen Sommer erinnerte. Die Strecke Mainz Bingen war entweder wegen den vereinzelten Industrieanlagen oder dem nicht enden wollenden Regen nicht wirklich Interessant. Gerüchteweise lies sich diese Strecke nur mit genügend Feuchtigkeit von Innen bewältigen. Das Binger Loch mit seinen Meterhohen Wellen bildet seit je her eine imposante und meist nicht ganz ungefährliche Einfahrt in das Weltkulturerbe Mittelrhein. Dieses Jahr ging fast alles gut, und das Wasser auf der Stirn Steuermänner hatte nichts mit Angstschweiß zu tun. Die Strecke Bingen Bacharach konnte weitestgehend Trocken zurückgelegt werden.

In Bacharach angekommen wurden die Boote für die Nacht aus dem Wasser geholt. Oberkassel hatte dabei leider leichte Blessuren aufzuweisen. Kurz vorm Mäuseturm war man wegen des Niedrigwassers auf einen Stein gelaufen. Alles halb so wild kein Wassereinbruch und das Boot ist auch wieder vollständig repariert worden. Mehr Sorgen machten wir uns zeitweise über das letzte Boot. Dieses war keinem mehr begegnet seit dem wir AH Heiner Schulze Uphoff aufgenommen hatten. Das schlimmste wurde vermutet: Hatte das leckgeschlagen und war gesunken? Waren die Kameraden gekentert? Mit einbrechender Dunkelheit wurde die Suche nach Treibholz eingestellt, da das Boot wohlbehalten angekommen war, man war schlicht und ergreifend eingekehrt und hatte sich ein leckeres Süppchen schmecken lassen.

Da unser Magen mittlerweile auf den Knien hing machten wir uns schnellstens auf zum Bahnhof. In Mainz angekommen, wurde sich unverzüglich um das Abendessen gekümmert. Alle waren Froh nach der doch etwas feuchten Etappe endlich wieder in trockene Kleidung schlüpfen zu können. Im Laufe des Abends schlich noch ein Highlight der Reise auf uns zu – mit Gesang und Gerstensaft wurde um Mitternacht auf Clbs. Sahra Pistors Ehrentag angestoßen.

Am Sonntagmorgen hatten die Kraftraumschläfer wieder einmal die Ergometer als zuverlässige Wecker. Der Weckruf durch Regen blieb glücklicherweise aus.

Nach einem ausgiebigen Frühstück verließen wir das Mainzer Bootshaus so wie wir es vorgefunden hatten. Zu gerne hätte so manch einer eines der Boote mit eingeräumt, aber da diese gelbe Signalfarbe so auffällig ist, hat niemand den Mut aufgebracht ein solches Boot in den Kofferraum des Bowa zu falten.

Mit Bahn und Bowa machten wir uns auf den Weg nach Bacharach.

Frohen Mutes und voller Tatendrang wurden die Boote wieder zu Wasser gelassen und die malerische Fahrt konnte weitergehen. Eine Schöne Etappe erwartete uns. Viele pittoreske Bauwerke säumten den Rhein. Die Lorelei sang an diesem Tag leider oder zum Glück nicht für uns. Alle Boote kamen ohne Probleme an ihr vorbei. Einzig und allein etwas mehr Sonnenschein hätte der Strecke noch etwas Besonderes gegeben.

In Koblenz wurden dann die Fahrer der Bowas abgesetzt, um die Fahrzeuge abholen zu können. Danach ging es immer dem schönen Sonnenuntergang entgegen gen Neuwied. Hier war dann auch eine genaue Begutachtung des Schadens an Oberkassel möglich. Wir entschieden uns das Boot nicht mehr bis nach Bonn zu rudern, sondern auf den Hänger zu laden, da wir die Bootsplätze nicht mehr brauchten und verhindern wollten dass in die Kratzer Wasser dringen kann.

Die Bootshalle in Neuwied mussten wir uns mit einer anderen Gruppe teilen, die sich zu Anfang schon über den vielen Platz freuten, bis sie bemerkten dass wir unser Gepäck in das selbe Haus trugen. Ohne Probleme wurden wir uns einige wer wo schläft.

Wir haben dann erst mal fein gekocht und geduscht, um gestärkt und erfrischt den Abend ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen dufteten beim Aufstehen schon die Brötchen. Eine liebe Fee scheint es gut mit uns gemeint zu haben und hat uns Brötchen gebracht. Frisch gestärkt konnte die Letzte Etappe in Angriff genommen werden. 45 Kilometer lagen vor uns alle hatten einen gewissen Ehrgeiz anzukommen, manche hatten ja noch den weiten Weg nach Kiel vor sich.

Sonntagnachmittag ging dann eine wunderschöne, teilweise von allen Seiten feuchte Wanderfahrt dem Ende entgegen.

Vielen Dank an alle die dabei waren und geholfen haben dieses Wochenende zu einem sehr schönen Wochenende zu machen.

Marc Hansen

[zurück nach oben]
[Startseite] [Rudern für Anfänger] [Wir über uns] [Semesterprogramm] [Berichte & Statistiken] [Fotos] [Links] [Clubhaus & Bootshalle] [Kontakt, Anfahrt, Impressum] [ARC Intern (Forum)]