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ARC Rhenus -  Berichte


Achterrennen: Kieler Woche 2003

Bericht eines Teilnehmers

Da ich an der Veranstaltung teilnehmen durfte, von dem die „Kieler Nachrichten“ da berichten, füge ich ergänzend zu dem Artikel auf Bitten der Redaktion folgende Erläuterung an:

Seit inzwischen einigen Jahren finden jährlich während der Kieler Woche zwei prestigeträchtige Achterrennen statt, in denen die Kieler Ruderer die stärkste Mannschaft ermitteln. Beide Rennen gehen – ohne Streckenmarkierung – über eine Distanz von rund 1000m über die Kieler Förde. Für Ortskundige sei dies etwas präzisiert: Gestartet wird an der Blücherbrücke, Ziel ist der Steg des Schülerbootshauses zwischen Erstem Kieler Ruderclub und Seeburg (Bootshaus des ARV).

In dem ersten Rennen geht es um den von der Akademischen Turnverbindung Ditmarsia, den Nachbarn des ARV Kiel, gestifteten Pokal. Nur diese beiden Vereine tragen den Kampf um den – ich nenn´s mal – schnellsten Verbindungsachter Kiels aus. Bereits dem Zeitungsartikel ist zu entnehmen, daß es die Ditmarsen erst ein einziges Mal geschafft haben, ihren eigenen Pokal zu gewinnen. Dennoch wurde im Vorfeld auch in diesem Jahr wieder gemunkelt, die Ditmarsen seien diesmal ganz gut beisammen, der ARV-Achter laufe nicht so recht, trainiert habe man schließlich kaum bis gar nicht. Doch die Regatta entschied der ARV mit gut eineinhalb Längen Vorsprung klar für sich. Als die Boote in unser Blickfeld kamen, das durch ein im Weg liegendes Forschungsschiff der Universität Kiel eingeengt war, war die Sache bereits entschieden. Klar tat das der „guten Stimmung auf dem Schülerbootssteg keinen Abbruch“ - da standen ja auch wir und nahmen jubelnd das siegreiche Team in Empfang...

Doch es stand ja noch das zweite Rennen aus, an dem ich teilnehmen durfte. Nach diesem Vorbild fühlten wir uns verpflichtet, in dem anschließenden Kieler Stadtachter-Rennen ebenfalls nicht zu patzen, obgleich wir doch noch weniger eingespielt und erfahren waren als die erste Crew. (Zweimal dieselbe Mannschaft rudern zu lassen, verbietet sich. Die einzigen, die zweimal im Boot saßen, waren Eva und Maike, die jeweils einmal ruderten, das andere Mail steuerten.) Äußerst nervös und sogar mit beinahe explosiver Stimmung an Bord ruderten wir uns ein. Es lief eigentlich nichts zusammen; insbesondere die zwei Startversuche waren katastrophal. Eigentlich hatten wir deshalb schon kaum noch Lust auf das Rennen, dessen Start wir auch noch beinahe verpaßten. Denn das über Megaphon gegebene Startkommando kam bei uns nicht an. Erst die plötzliche Bewegung in den fünf anderen Achtern veranlaßte uns dazu, doch ebenfalls einmal loszurudern. Die ersten Schläge erfreulich gut ins Wasser gebracht, wurde unserem wieder aufkeimenden Enthusiasmus ein jähes Ende gesetzt, als zwei oder drei lange, hohe Wellen der auslaufenden Skandinavienfähre von vorn bis hinten durch den Rennachter liefen und nicht nur uns völlig aus dem Rhythmus brachten und durchnäßten, sondern auch unsere Coxbox (die Sprechanlage des Steuermanns) völlig unter Wasser setzten. Maike hörte sich vom Start an für mich auf Position 4 ungefähr so an: „Prima Start! – Jetzt für den Streckenschlag zusammenfinden! Ja! Eins – zwei – drei – und vier – und fünf – BÄH!!! IGITT!!! – knack – knack – knack...“ Der Rest war Rauschen. Das einzig Schöne an diesem Erlebnis: Als wir wieder etwas sahen, hatten wir einige Meter Vorsprung. Ich dachte ja schon, das Rennen sei vielleicht abgebrochen, aber offenbar hatte die Welle die anderen Mannschaften bloß noch ungünstiger erwischt als uns. Warum sonst hätten wir führen können? Doch wie durch ein Wunder konnten wir unseren Überraschungsvorsprung relativ zügig ausbauen. Dennoch: Auf Hälfte der Strecke glaubte trotz inzwischen komfortablen Vorsprungs von rund einer Achterlänge noch keiner von uns so richtig an den Sieg. Ditmarsia kam nun etwas auf; auch vom angeblich so stark besetzten Boot des Ersten Kieler Ruderclubs hatten wir mehr erwartet und befürchteten deshalb noch eine Attacke. Doch dank Sönke Landgraf auf unserem Schlagplatz konnten wir die anderen Boote nicht nur auf Distanz halten, sondern sogar noch mehr Wasser zwischen uns bringen. Unterstützt von Co-Schlagfrau Eva Plantikow beließ es Sönke nämlich bei einem zwar recht hohen, aber bewundernswert konstanten Streckenschlag und nahm damit jede Hektik aus dem Boot, so daß der alte Holzachter des ARV unbeirrt von Schlagzahlwechseln seine Bahn ziehen konnte. 200 Meter vor dem Ziel konnten wir schließlich alle wohl nur noch denken: „Jetzt bloß keinen Fehler machen!“ Wer hätte uns das verziehen? Aber dazu kam es auch nicht mehr, sondern wie auf dem Photo schön zu sehen, konnten wir gelöst den zweiten Achtersieg des ARV Kiel innerhalb 90 Minuten bejubeln.

Übrigens: Der im Text als Obmann genannte Jens Schröder saß als Schlagmann im siegreichen ersten Boot, nicht in der zweiten Mannschaft. Und die „starken Männer“, die ARV-Steuerfrau Maike Krätzschmar (so wird sie richtig geschrieben) laut Bilduntertitel um sich versammelte, waren zu fünfzig Prozent Frauen. Gestartet wurde im Stadtachter-Rennen nämlich in Mixed-Teams.

Michael Huth

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