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ARC Rhenus - Berichte


Sommerfahrt 2001

von Konstanz nach Basel

von Tim Mennel und Patrick A. Neuhaus

18.08. - 26.08.2001

Konstanz - Schaffhausen - Eglisau - Waldshut - Bad Säckingen - Basel

Frühstück in Konstanz

An einem wunderbaren Sonnentag im August fuhren wir mit unserem flotten BoWa in nur sieben Stunden von Bonn nach Konstanz an den Bodensee (zwei Teilnehmer konnten diese Zeit in einem kleinen italienischen Sportwagen noch etwas unterbieten). Im Ruderclub „Neptun“ nahmen wir zwischen den üblichen Marterwerkzeugen eines Hantelraumes unser Quartier. Schon lockte das herrlich blaue Wasser des Bodensees und der sonnige Himmel zu einem spontanen Bade der Astralkörper des Rhenus. Die zentrale Lage des Neptun am Rheinkilometer Null bot neben der guten Badegelegenheit auch einen hervorragenden Ausgangspunkt für die Besichtigung der Stadt. Zwei Tage lang erkundeten wir die Schönheiten von Konstanz und seiner Umgebung. Alle zehn Teilnehmer wußten schließlich, welche „Strapazen“ sie danach erwarteten. Manche begeisterten sich für die Strände und seine attraktiven Besucher, andere für die kulturellen Sehenswürdigkeiten. Unter fachkundiger kunsthistorischer Anleitung besichtigten sie die romanischen Kirchen auf der (erst kürzlich zum Weltkulturerbe erhobenen) Insel Reichenau und ruderten zur Insel Mainau, für die leider Anlegeverbot bestand. Entgegen der Planung blieb uns aufgrund einer Clubparty eine zweite Nacht im Neptun erspart, dessen sanitäre Einrichtungen einen eher osteuropäischen Standard aufwiesen. Auf einem Campingplatz in der Nähe von Schaffhausen schlugen wir nun zum ersten Mal unsere beiden Zelte auf. Natürlich herrschte bei uns eine strenge Geschlechtertrennung - oder sollte sich da doch ein Clubbruder ins Frauenzelt eingeschlichen haben? Auf dem Campingplatz schlug uns in den folgenden Tagen ein unerwartetes Interesse entgegen: Ordnungssinn der einheimischen Bevölkerung und Kontaktfreude trinkfester Skandinavier sorgten dafür, daß wir uns schnell wie zu Hause fühlten. Unsererseits erfreuten wir die anderen Urlauber mit Kommersgesang und rheinischem Frohsinn.

Die erste Ruderetappe führte uns von Konstanz über Stein am Rhein zu unserem Campingplatz vor Schaffhausen. Nach den Schönheiten des Naturschutzgebietes „Untersee“ und darauffolgender Badepausen im klaren Wasser des Oberrheins bei hochsommerlichen Temperaturen erwartete uns die wunderbare weibliche Fürsorge des Landdienstes in Stein a.R., einer nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Kleinstadt. Der Landdienst entwickelte sich durch das gute Beispiel von Sonja und Susanne in der Folge zu einer perfekten Rundum-Versorgung, die von Einkäufen über den Pausen-Catering-Service bis zur Zubereitung aufwendiger Abendmenüs an den Zielorten reichte.

Am nächsten Tag setzten wir unsere beiden Boote direkt unterhalb des Rheinfalls unter den Blicken zahlreicher Touristen ein und genossen das einzigartige Naturschauspiel aus allernächster Nähe.

Am Rheinfall

Die folgende Ruderetappe führte uns durch ein herrliches Waldgebiet, wo der Rhein sich seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Hier und da erhoben sich Klöster und schmucke mittelalterliche Dörfer zur Rechten und zur Linken. Dann galt es eine Reihe von Wehren per Umtrageschlitten möglichst unfallfrei zu passieren, angesichts der wenig rudergerechten Einsatzstellen eine gelegentlich etwas abenteuerliche Aufgabe. Eglisau empfing uns im Abendsonnenschein mit seiner Kulisse aus Fachwerk und blühenden Gärten. Unsere Boote lagerten wir über Nacht am Bootshaus des Zürcher Ruderclubs bei 45° steiler Hanglage.

Weiter ging’s von Eglisau nach Waldshut. Unsere Strecke führte uns mal durch deutsches, mal durch Schweizer Gebiet. Der deutsche Campingplatz in Waldshut bot guten Komfort, allerdings bei hohen Preisen und knapp bemessenen Raum zum Zelten. Zwischen den Zelten eingeklemmt und nur durch eine Taschenlampe beleuchtet meisterten wir auch hier die Abendverpflegung der hungrigen Ruderer.

Glanzpunkt der folgenden Etappe war der deutsch-schweizerische Grenzort Laufenburg, wo wir mittags einkehrten. Hier hat sich der Rhein durch hohe Felsen seine Schlucht gegraben, die mittelalterliche Baukunst durch eine Brücke überwand. Zu beiden Ufern schmiegen sich kleine Häuschen in die Felswand. In einem jener Häuschen hoch über dem Rhein labten wir uns an italienischen Köstlichkeiten.

In Bad Säckingen kamen wir im dortigen Ruderbootshaus unter. Dabei befanden wir uns nach Durchsicht des Gästebuches in guter Rhenustradition, wie Einträge von Wanderfahrten aus den siebziger Jahren zeigten. Bei einem abendlichen Rundgang durch die Gassen von Bad Säckingen stießen wir auf den „Schwarzen Walfisch“, ein Name, der uns magisch anzog. Hier genossen wir einen köstlichen Umtrunk.

Der folgende Tag hielt für uns die schwierigste Herausforderung der Wanderfahrt bereit. Um den berüchtigten Kraftwerksrechen von Rheinfelden zu umgehen, der vor Jahr und Tag unserem Boot Tünnes zum Verhängnis wurde, hoben wir die Boote oberhalb des Wehres aus dem Wasser. Dornen, Brennesseln, Gestrüpp und tropische Temperaturen erinnerten uns dabei an Werner Herzogs Film „Fitzcarraldo“.
Ohne Bootsschaden und schwerere Verluste gelang uns dieses Husarenstück.
Auf dem letzten Stück bis Grenzach versagten einigen Teilnehmern angesichts der glühenden Augustsonne die Kräfte und sie zogen es vor, die letzten Kilometer im BoWa zurückzulegen. Gegenüber vom Grenzacher Ruderclub entfaltete sich ein beeindruckendes Panorama moderner Industriearchitektur. Nachdem wir uns im kühlen Naß des Rheins erfrischt hatte, erzählte ein Mitglied des dortigen Ruderclubs von dem gewaltigen Feuer, das 1983 just an dieser Stelle zu der schweren Rheinverseuchung geführt hatte.
Den letzten Tag widmeten wir der Erkundung von Basel. Einige von uns besuchten die sehenswerte Ausstellung des Basler Domschatzes, der – im 19. Jahrhundert verstreut – nun erstmals wieder in seiner Gesamtheit gezeigt wurde.
Abends erklommen wir mit unserem tapferen BoWa eine zwölfprozentige Steigung hinauf zu einem uns empfohlenen Landgasthof. Zum Abschluß der Wanderfahrt verwöhnten wir hier unsere Gaumen mit badischem Wein und badischer Küche. Am Ende waren wir uns alle darin einig, daß unsere basisdemokratische Wellness-Wanderfahrt gelungen sei. Nur daß der Standerklau sowohl weiblicher List als auch männlichem Tatendrang mißlang, wird von den Autoren bedauert.

Sonnenpause

Teilnehmer: Susanne A., Sabine Beyer (AD), Tim Mennel, Patrick Neuhaus, Tim Reinecke, Mark Schüler, Susanne Schwarz, Sonja Sieberichs, Angelo Vallone, Dirk Wicke (ARV Westfalen zu Münster).

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